Ehemaligenwochenende 2019: „Weltwärts“ verbindet – über Kontinente und viele Jahre hinaus

Vom 29.-31. März 2019 trafen sich 32 ehemalige Weltfreiwilligendienst-Leistende der Diözesen Würzburg und Bamberg, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen, um neue Ideen für ein Engagement für eine gerechtere Welt zu sammeln und Strategien zur Zusammenarbeit zu entwickeln. Ein Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin.

Ganz unverhofft flatterte sie vor einigen Wochen in den elektronischen Briefkasten: Die Einladung für ein Ehemaligen-Wochenende für die letzten fünf „weltwärts“ – Jahrgänge. Also habe ich mich schnell mal angemeldet – zum Glück, denn der Ansturm war so groß, dass einigen Interessenten abgesagt werden musste. Mit so viel Interesse hatten unsere Referentinnen einfach nicht gerechnet.

Wir kamen aus verschiedenen Regionen Deutschlands und verschiedenen Jahrgängen zusammen, waren in Bolivien, Peru, Brasilien, Senegal, Tansania oder Indien ein Jahr im Einsatz, aber eins war irgendwie sehr schnell klar: Das „weltwärts-Feeling“ verbindet uns einfach alle. Nicht mit jedem konnten wir seit unserer Rückkehr wirklich unsere Erfahrungen teilen; nicht jeder verstand, warum es manchmal schwer fällt, die Lebenswelt im Einsatzland mit unserem Leben hier zu verbinden. „In den ersten Monaten nach meiner Rückkehr fand ich es immer befremdlich, wenn ich ein Schwimmbad gesehen habe: So viel Wasser auf einmal!“ beschrieb eine ehemalige Afrika-Freiwillige eine dieser Situationen. Diese oder ähnliche Erfahrungen hatten alle TeilnehmerInnen des Wochenendes schon gemacht und konnten das nachvollziehen. Und so war auch der persönliche Austausch am Freitagabend das zentrale Thema: Was beschäftigt uns, welchen Kontakt haben wir noch in die Einsatzländer, wie hat uns der Dienst geprägt? Man kam ins Gespräch, tauschte sich aus, traf Leute aus seinem Jahrgang wieder und lernte auch alle anderen kennen. Genug Zeit und Freiraum für all das war auf jeden Fall vorhanden.

Am Samstag morgen berichtete Benedikt Rampelt, selbst ehemaliger Freiwilliger, von der Arbeit der Initiative „Bildung trifft Entwicklung“ (BtE). BtE setzt sich für globales Lernen ein und vermittelt Referent*Innen zu Themen des Globalen Lernens, die selbst mindestens ein Jahr im Ausland gelebt haben – so wie wir. Anschließend beschäftigten wir uns den Rest des Vormittags mit der Frage „Wie gründet man einen Verein?“ und übten uns an fiktiven Vereinsgründungen.

Nach einem leckeren Mittagessen, dem obligatorischen Gruppenfoto und einer sehr sonnigen Mittagspause, ging es am Nachmittag weiter mit verschiedensten Referent*Innen, die uns Möglichkeit für ein Engagement vorstellten. Besonders eindrucksvoll war für viele „KIVUKO e.V.“, ein Verein, der von ehemaligen Freiwilligen des Erzbistums Bamberg gegründet wurde, und sich für die Gesundheitsversorgung in Rulenge/Tansania einsetzt. Aber auch der „Freundeskreis Brasilien“ aus Würzburg, die Diözesanstelle „Mission Entwicklung Frieden“ aus dem Bistum Würzburg (entspricht im Erzbistum Bamberg dem „Referat Weltkirche“), der „Sachausschuss Internationale Arbeit im BDKJ DV Bamberg“, das Projekt „Weltfairänderer“ an Schulen und natürlich die jeweiligen Referate des Weltfreiwilligendienstes wurden mit ihren verschiedenen Engagementmöglichkeiten vorgestellt. Diese und weitere Themen haben wir dann in „Open-Space-Workshops“ vertieft und so manche Idee der Mitwirkung und Weiterentwicklung ausgearbeitet.

Während dem gemeinsamen Abendessen beschloss der Großteil der Gruppe, noch einen kurzen Ausflug in die Stadt zu machen, da es eine 48-Stunden- Mahnwache von Jugendlichen aus der „Fridays for future“-Bewegung gab. Durch unser gemeinsames Anliegen, der Gerechtigkeit und einer lebenswerten Zukunft weltweit, kamen wir mit den Demonstranten gut ins Gespräch. Mit einem gemütlichen Beisammensein im Kilianeum fand dann auch der zweite Abend irgendwann ein Ende.

„Wie wirkt weltwärts?“ beschäftigte uns am Sonntag morgen. In Kleingruppen fiel uns auf, dass die Wirkung auf uns und andere wirklich sehr vielseitig ist und uns der Freiwilligendienst sehr verändert und geprägt hat. Nicht nur diese Gemeinsamkeit führte dazu, dass wir anschließend darüber sprachen, wie es nun „mit uns weitergehen könnte“: Im frisch entdeckten wir-Gefühl der Gruppe entstand auch der Wunsch, miteinander in Kontakt zu bleiben, gemeinsam an Themen weiterzuarbeiten und sich nach einer Zeit auch wieder an einem Wochenende wie diesem zu treffen. Für alle hatte das Wochenende einen Mehrwert und wurde durchweg positiv bewertet. Das oben genannte „weltwärts-Feeling“ hatte irgendwie alle gepackt und beflügelt, so dass einige Ideen beim Mittagessen direkt noch konkretisiert wurden.
Das gemeinsame Aufräumen war schnell erledigt und der Abschied fiel uns schwer, doch das positive Gefühl konnten wir alle mit nach Hause nehmen.

Janina Farr

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